Wohngebäudeversicherung

Das Spannungsfeld der Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung ist eine Sparte, die sich in den letzten Jahren und gerade heutzutage unterschiedlichen Herausforderungen ausgesetzt sieht. Zunehmende Wetterextreme, aber auch veraltete Gebäudestrukturen /-bausubstanzen (vor allem der Rohr- und Leitungssysteme) machen Anbietern von Wohngebäudeversicherungen und Kunden in Form von zahlreichen sowie teuren Schäden zu schaffen.

Wasserschaden Leitungsrohr

Sturmschaden - Bildquelle: Micha Klootwijk / Shutterstock.com

Die Bedeutung einer Wohngebäudeversicherung kann indes nicht hoch genug eingeschätzt werden: Im Rahmen der privaten Absicherung stellt sie für den Immobilienbesitzer einen unverzichtbaren Baustein dar. Versicherungsschutz für beispielsweise Sturm- oder Feuerschäden versetzen den Hausbesitzer in die Lage, seine Immobilie nach einem Schaden wieder aufzubauen.

Doch nicht nur der einzelne Versicherungsnehmer sollte betrachtet werden; die Wohngebäudeversicherung hat eine hohe gesamtgesellschaftliche – und gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Sie funktioniert nach dem Solidarprinzip „Einer für alle, alle für einen“. Das heißt eben auch, dass im Sinne einer langfristig tragfähigen Versichertengemeinschaft jeder Wohngebäude-Kunde mit der angespannten Situation im Wohngebäudebereich konfrontiert wird. Das gilt auch für diejenigen Versicherungsnehmer, die bisher keine oder nur geringfügige Schäden an ihrer Immobilie hatten.

Der branchenweite Schadenverlauf mit Blick auf die Jahre 2012 & 2013

„Wohngebäudeversicherer mussten 2013 tief in die Tasche greifen“, hieß es am 13.10.2014 im Branchennewsletter von AssCompact.

Das Jahr 2013 habe laut Naturgefahrenreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) den Wohngebäudeversicherern das höchste Schadenaufkommen der letzten sechs Jahre beschert.

Nach Informationen des GDV wurden 2012 in der Wohngebäudeversicherung 4,0965 Mrd. € geleistet, während es in 2013 schon 6,0085 Mrd. waren.

In Relation zu den verdienten Brutto-Beiträgen resultierte für 2013 eine Schadenquote von insgesamt 108,6 Prozent. Heißt konkret: Für jeden eingenommenen Euro haben die Versicherer 1,086 Euro für Schadenzahlungen wieder ausgegeben.